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Auslagern nach Südafrika

Da Unternehmen weltweit auf den zunehmenden Kosten- und Preisdruck reagieren, ist Südafrika in einer guten Position, um ein international bevorzugter Standort für die Auslagerung von Geschäftsabläufen zu werden, inklusive ausgelagerter Callcenter.

Traditionell waren Länder wie Indien oder die Philippinen neben anderen Ländern führend in die Servicemärkte der USA und Großbritanniens. Dennoch holt Südafrika, dank der vielen positiven Einflüsse, schnell auf.

ICT und Elektronik
Führend in der Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologie in Afrika, ist Südafrika der zwanziggrößte Konsument von IT Produkten- und Dienstleistungen weltweit.
Erstklassiger Serviceleistungen der Callcenter-Angestellten, zeitzonenkompatibel mit Europa, hoher Grad an Sprachbeherrschung der englischen Sprache einem neutralen Englischakzent, ein guter Wechselkurs und eine fortschrittliche Telekommunikationsindustrie tragen zu Südafrikas Wachstum als Ziel für die Auslagerung von Geschäftsvorgängen bei – was sowohl die Bearbeitung von Abrechnungen und Forderungen als auch die Erfüllung repräsentativer Aufgaben durch Callcenter beinhaltet.

Und die Regierung ist begeistert. Präsident Thabo Mbeki hat 2006 in seiner Rede zur Lage der Nation im Parlament die Callcenterindustrie als einen der erfolgversprechendsten Bereiche genannt, die vom Regierungsprogramm ins Visier genommen worden sind, um das Wirtschaftswachstum des Landes anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Das Programm zielt darauf ab, Südafrika bis 2008 im internationalen Wettbewerb zum Drittplatzierten Outsourcing Center zu machen – hinter Indien und den Philippinen.

Das Kap an der Strippe
Im Februar 2006 hat Großbritanniens führendes Telekommunikationsunternehmen TalkTalk Pläne veröffentlicht, 200 Millionen Rand in den Bau zweier Callcenter zu investieren, eines in Cape Town und das andere in Johannesburg, die bislang größte Investition in Südafrikas Callcenterindustrie.

Laut Anlagevermittler Calling the Cape, die den TalkTalk Deal eingefädelt hat, ist seit 2004 der Gesamtumfang der abgeschlossenen Callcenterverträge auf 933 Millionen Rand beziffert, wobei 2005 die Investitionen um 19% im Vergleich zu 2004 gestiegen sind.

79% dieser Investitionen kommen aus Großbritannien, wobei auch Unternehmen aus Kanada, Deutschland, den Niederlanden und den USA vertreten sind.

Callcenterbetreiber am Westkap sind zum Beispiel Barclays, JP Morgan, Lufthansa, the Budget Group, Merchants/Asda, Dialogue and STA Travel.

Verdoppelung der Callcenter wird erwartet
Einer 2004 von dem unabhängigen Analyseinstitut Datamonitor veröffentlichten Studie zufolge wird erwartet, dass sich bis 2008 die Zahl der Callcenter in Südafrika verdoppelt hat - und Cape Town wurde in Bezug auf Qualität besser als Indien bewertet.

Datamonitor sagte voraus, dass es im Jahr 2008 939 Callcenter in Südafrika geben wird, fast doppelt so viele wie 2003, da waren es 494 – was bezogen auf diesen Zeitraum vergleichbar mit einer jährlichen Wachstumsrate von 14% ist.

Südafrika biete Outsource Anbietern eine bessere Qualität, einen besseren kulturellen Hintergrund für Repräsentation oder Verwaltung, mit Lohnkosten, die bei zwei Dritteln der USA oder Großbritanniens liegen.

Diese Aussagen wurden 2005 von einem von der Ion Group veröffentlichten Bericht reflektiert, als viele von Großbritanniens Top 1000 ihre idealen Auslandsniederlassungen wählten – und Südafrika vor Indien, Mexiko und den Philippinen platzierten.

Noch mehr Wettbewerbsvorteile
Für global agierende Firmen schließt Südafrika die Nische zwischen nahe liegenden Ländern wie Kanada, Mexiko oder Osteuropa, die Standortnähe und kulturelle Affinität bieten, und den eher klassischen Auslandszielorten, wie Indien oder den Philippinen, die billige Arbeit anbieten.

Andere Faktoren, die für das Land sprechen, schließen sowohl die breite Managementbasis und das Verständnis für Serviceleistungen in der hiesigen Industrie als auch das hohe Niveau nationaler Finanzdienstleistungen, besonders im Versicherungsbereich, im Pfandrecht, Darlehensabwicklung und Inkasso mit ein.

Die Liberalisierung der Telekommunikation des Landes wird gleichzeitig die Investitionskosten für Callcenter senken. Voice over Internet Protocol (VoIP) ist in der Startphase, und die Lizenzvergabe an einen zweiten Festnetzanbieter, der Ende 2006 auf den Markt gehen wird – all das wird den Preiswettbewerb für die staatliche Firma Telkom verschärfen.

SouthAfrica.info reporter

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Südafrika ist in der vorteilhaften Lage bevorzugter internationaler Standort für die Auslagerung von Unternehmensteilen und -prozessen zu werden (Foto: Calling the Cape)

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