Bergbau und Mineralien in Südafrika
Südafrika, auch Schatztruhe der Welt genannt, verfügt über reichhaltige mineralische Bodenschätze. Das Land produziert und besitzt einen erheblichen Anteil aller Mineralien weltweit.
Südafrikas Reichtum sind die schier unerschöpflichen Bodenschätze: fast 90% der Platin-Vorkommen, 80% der Mangan-Vorkommen, 73% der Chrom-Vorkommen, 45% der Vanadium-Vorkommen und 41% der Gold-Vorkommen befinden sich hier. Nur Rohöl und Bauxit kann das Land nicht bieten.
Das Land ist ein führender Produzent von Edelmetallen wie Gold und Platin, aber auch von Basismetallen und Kohle. Es ist der viertgrößte Diamantenhersteller, wobei Experten davon ausgehen, dass es immer noch potentielle weitere Vorkommen in Gebieten gibt, die noch nicht voll erschlossen sind.
Stellenwert in der Wirtschaft
Südafrikas war über ein Jahrhundert lang der weltweit größte Goldproduzent, wurde jedoch 2007 von China übertroffen. Gold, einst der Schlüsselfaktor in der südafrikanischen Wirtschaft, hat an Bedeutung eingebüßt, da die Wirtschaft des Landes vielfältiger geworden ist.
Allerdings ist der Bergbau in Südafrika immer noch ein essentieller Wirtschaftsfaktor und Edelmetalle stellen 65% des Mineralienexports des Landes, was 21% des Gesamtwarenexportes 2006 entspricht. Das Land liefert 80% des Platins auf der Welt.
Die Bergbauindustrie ist ebenfalls Südafrikas größter Arbeitgeber mit über 460.000 Beschäftigten und weiteren 400.000 weiteren Angestellten bei Zulieferern und unterstützenden Dienstleistern.
Wandel
Die Besitzverhältnisse, der Zugang und der Abbau der mineralischen Bodenschätze des Landes wird im Minerals and Petroleum Resources Development Act of 2002 geregelt. Dieses Gesetz erklärt den Staat zum Sachwalter über diese Bodenschätze.
Wandel ist eines der Hauptprobleme, mit dem der südafrikanische Bergbau konfrontiert wird. Ein gleichberechtigter Zugang zu mineralischen Bodenschätzen wurde gesetzlich festgeschrieben. Eine erhebliche Beteiligung von bisher benachteiligten Gruppen ist der Gegenstand der brancheneigenen Verpflichtungserklärung im Zuge des "Black Economic Empowerment" (BEE).
Derzeit sind über 70% der Arbeitskräfte in dieser Industrie schwarz, davon allerdings nicht einmal 5% in leitenden Positionen. Die Regierung hat Vorgaben erlassen. Bis 209 wird von allen Bergbaugesellschaften erwartet, dass 40% der leitenden Positionen mit bislang benachteiligten Südafrikanern zu besetzen sind.
Weitere Zielvorgaben für dien nächsten 10 Jahre sehen den Transfer von 26% der Bergbauanteile an Gesellschaften in schwarzem Besitz, und die Gewährleistung, dass 51% aller zukünftigen Bergbauprojekte von Unternehmen in schwarzem Besitz kontrolliert werden.
Stärken
Als eines der Hauptbergbauländer zählt Südafrika hohe fachliche Kompetenz im Technik- und Produktionsbereich sowie umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu seinen Stärken.
Das Land hat im Weltvergleich erstklassige Verarbeitungsanlagen für Kohlenstoffstahl, Edelstahl und die Aluminiumindustrie, neben Gold und Platin. Südafrika ist ebenfalls weltweit führend in Sachen neue Technologien. Dazu gehört u. a. ein bahnbrechendes Verfahren, das geringhaltiges, extrafeines Eisenerz in hochwertiges Eisen umwandelt.
Diese Art der Veredelung und somit der Wertsteigerung von Rohstoffen vor dem Export wurde vom Staat als einer der Hauptwachstumsbereiche herausgestellt. Hier liegen lukrative Ertragsmöglichkeiten für nachgelagerte Aufbereitung und steigert den Wert von Eisen, Edelstahl, Kohlenstoffstahl, Aluminium, Platinderivat und Gold vor Ort.
Industrieführer
Zwei der weltweit größten Bergbaugesellschaften stammen aus Südafrika. BHP Billiton, die größte Bergbaugesellschaft der Welt, kam im Zuge einer Fusion zwischen der südafrikanischen Gesellschaft Billiton und dem australischen Unternehmen BHP zustande.
Anglo American Plc, mit Börsennotierungen in London und Johannesburg, besitzt mehrere Tochtergesellschaften wie z. B. Anglo Platinum, Anglo Coal, Impala Platinum und Kumba Iron Ore.
Der Diamantminenbetreiber De Beers, ebenfalls ein südafrikanisches Unternehmen, ist im Besitz von Anglo American und einem Konsortium unter Führung der Regierung von Botswana. Der weltweit wichtigste Diamantenproduzent baute 2007 ca. 51,1 Mio. Karat ab.
Letzte Aktualisierung: September 2008
SAinfo reporter. Quellen (Englische Websites):
- South Africa Yearbook
- Department of Minerals and Energy
- Chamber of Mines of South Africa
- Standard Bank: Economic Profile: South Africa
- Business Day
- Mining Weekly
- Mineweb





