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Schwarze Wirtschaftsförderung in Südafrika
Mary Alexander
Südafrikas Politik zur Förderung schwarzer Geschäftsgründungen (BEE) ist nicht nur eine moralisch motivierte Initiative, um die Fehler der Vergangenheit wieder gutzumachen. Es ist eine pragmatische Wachstumsstrategie, die darauf abzielt, das volle wirtschaftliche Potenzial des Landes zu erschließen.
In den Jahrzehnten, bevor Südafrika 1994 die Demokratie errang, hat das Apartheidsregime systematisch alle Afrikaner, Inder und Farbigen - allgemein "Schwarze" benannt - von jeder sinnvollen Teilnahme am Wirtschaftsleben des Landes ausgeschlossen.
Dadurch wurden unvermeidlich große Armut und Leid verursacht - und eine absolut desolate Wirtschaftslage.
Die Verzerrungen führten letztlich zu einer Krise, die 1970 begann, als das Bruttosozialprodukt auf Null sank, um sich dann um 1980 um die 3,4 Prozentmarke einzupendeln. Zu der Zeit als andere Entwicklungsmärkte mit ähnlichen Ressourcen wuchsen, stagnierte Südafrika.
Absolutes
Potenzial
"Unser Land braucht eine Wirtschaft, die die Bedürfnisse all unserer wirtschaftlich mündigen Bürger befriedigen kann - unser Volk und seine Unternehmungen - auf eine zukunftsorientierte Art und Weise," so das Handels- und Wirtschaftsministerium (DTI) in seinem BEE Strategiedokument.
"Dies wird nur möglich sein, wenn unsere Wirtschaft das volle Potenzial aller Menschen und Gruppen bis in die letzte Ecke des Landes bis zur Neige ausschöpft."
Trotz der vielen wirtschaftlichen Fortschritte, die in den letzten 12 Jahren der Demokratisierung des Landes gemacht wurden – das Wachstum hat 2005 5,1% erreicht - ein Rassenunterschied zwischen Reich und Arm ist geblieben. Der DTI betont, dass diese Asymmetrien einen gewichtigen Einfluss auf die politische Stabilität haben können:
"Gesellschaften, die durch tief verwurzelte Ungerechtigkeit geprägt sind, sei es das Geschlecht, die Rasse oder die Herkunft betreffende Vermögensunterschiede, sind im
allgemeinen weder sozial noch politisch besonders stabil, insbesonders, da das Wirtschaftswachstum diese Differenzen sicher noch vergrößern kann."
Wachstum auf breiter Basis
Das schwarze Wirtschaftsförderprogramm ist keine positive Diskriminierung, auch wenn Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt ein Bestandteil davon ist. Es ist auch nicht sein Ziel, den Weißen ihr Vermögen zu nehmen, um es den Schwarzen zu geben. Es ist einfach ein Wachstumsprogramm, das auf Südafrikas schwächste Stelle abzielt: Ungerechtigkeit.
"Keiner Wirtschaft wird es gelingen zu wachsen, wenn ein Teil des Volkes davon ausgeschlossen ist, und eine Wirtschaft, die nicht wächst, kann nicht alle Teile ihrer Bevölkerung sinnvoll integrieren," sagt der DTI.
"Da dem so ist, liegt der Schwerpunkt dieses Programms auf dem BEE Prozess, der Wachstum, Entwicklung und Gesellschaftsgründungen zum Ziel hat, und nicht bloß eine Umverteilung bestehender
Vermögenswerte."
Die Regierung ist sich der Gefahr bewusst, dass BEE einfach die alte Elite durch eine neue schwarze ersetzen könnte, wobei grundlegende Ungerechtigkeiten unangetastet blieben. Aus diesem Grund ruht dieses Programm auf einer breiten Basis, so der Name der Gesetzgebung, die 2004 in Kraft trat, deutlich macht: dem Broad Based Black Economic Empowerment Act.
"Ziel der Regierung ist es, das schwarze Förderprogramm in den Kontext einer breit angelegten nationalen Förderung einzubetten… mit dem Augenmerk auf traditionell Benachteiligte, insbesondere Schwarze, Frauen, Jungendliche, Behinderte, und ländliche Gegenden," so der DTI.
"Diskriminierung ist am gravierendsten, wenn Rasse und Geschlecht und/oder Behinderung zusammenkommen.
BEE. Nur wie?
Das schwarze Förderprogramm wird durch die Gesetzgebung und die Aufsichtsbehörden gesteuert. Ein integraler Bestandteil des BEE Act of 2004 ist die Wertungsliste, die Firmen nach
ihrem Empowerment Fortschritt auf vier verschiedenen Gebietern beurteilt.
- Direkte Förderung durch Besitz und Kontrolle von Betrieben und Vermögenswerten.
- Professionelles Management.
- Erschließung des Humankapitals und Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt.
- Indirekte Förderung durch:
- Bevorzugung bei der Auftragsvergabe
- Betriebsentwicklung, und
- soziale Investitionen des Unternehmens - eine verbleibende und unbefristete Kategorie.
Diese Wertungsliste wird durch die neulich veröffentlichten BBE Code of Good Practice festgelegt und vervollkommnet, diese werden bald in die Gesetzgebung mit einfließen.
Die Codes sind bindend für alle staatlichen Organe und Gesellschaften, und die Regierung ist gezwungen sie anzuwenden, wenn wirtschaftliche Entscheidungen in Bezug auf die folgenden Themen getroffen werden:
- Auftragsvergabe,
- Lizenzen und Konzessionen,
- öffentlich-private Teilhaberschaft, und
- Verkauf von im
staatlichen Besitz befindlichen Vermögenswerten oder Unternehmen.
Private Gesellschaften müssen sich an die Vorgaben halten, wenn sie mit staatlichen Unternehmen oder Staatsorganen Geschäfte tätigen wollen - das bedeutet, um ein Angebot abzugeben, Lizenzen und Konzessionen zu beantragen, privat-öffentliche Teilhaberschaften einzugehen, oder staatseigene Vermögenswerte zu erwerben.
Unternehmen werden auch motiviert, diese Codes in den gegenseitigen Geschäftsverkehr mit einzubeziehen, denn günstige Kapitalbeschaffung wird sich auf die meisten Betriebe in der Versorgungskette positiv auswirken.
Verschiedene Industriezweige wurden auch dazu ermuntert, einen eigenen Beitrag zum BEE hinzuzufügen, damit alle Bereiche den gleichen Zugang zur Förderung haben und es gerecht zugeht.
Der DTI stellt alle wichtigen Dokumente und Informationen über das schwarze Wirtschaftsförderprogramm (in englischer Sprache) online zur Verfügung:
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"Keiner Wirtschaft wird es gelingen zu wachsen, wenn ein Teil des Volkes davon ausgeschlossen ist, und eine Wirtschaft, die nicht wächst, kann nicht alle Teile ihrer Bevölkerung sinnvoll integrieren," so Südafrikas Black Economic Empowerment Strategiedokument (Foto: Orange K) |
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Wachsendes Anlegervertrauen
Internationale Investoren haben sich stärker dem schwarzen Förderprogramm zugewandt - im krassen Gegensatz zu den letzten Jahren, als die erste Runde der Förderprogrammverhandlungen Schwierigkeiten hatte im Ausland Unterstützung zu finden.
Fortune 500 Unternehmen Old Mutual’s BEE Abkommen über 7,2 Milliarden Rand, das 2004 abgeschlossen wurde, wird nicht nur das Interesse einer halben Million Südafrikaner an dieser Firma wecken – es hat auch einen Anstieg von Old Mutuals Aktienkursen bewirkt.
2005 traf die Deutsche Bank eine Übereinkunft mit Investoren und Angestellten, die ihnen einen 25 prozentigen Anteil an den südafrikanischen Unternehmen der Deutschen Bank übertrug (ausgenommen ihre Johannesburger Zweigstelle).
Die US
Investment Bank Merrill Lynch gab im Februar 2006 bekannt, dass sie bis zu 15% ihres südafrikanischen Geschäftsbereiches an schwarze Angestellte, weibliche Investoren und örtliche Bildungsfonds verkaufen will, wobei sie diese Entscheidung als Teil eines langfristig angelegten Engagements für das Land und das schwarze Förderprogramm definiert.
Ebenfalls im Februar 2006 hat die Londoner Blackstar Investors Pläne bekannt gegeben, BEE Geschäfte in Südafrika mit einer Summe bis zu 35 Millionen Pfund (380 Millionen Rand) zu finanzieren, ein Zeichen, dass Ausländer weitaus zuversichtlicher in Bezug auf BEE Finanzgeschäfte sind.
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