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Südafrika: Wirtschaftsüberblick
Südafrika ist das wirtschaftliche Energiezentrum Afrikas, mit einem viermal so großen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu seinen afrikanischen Nachbarstaaten, und einem ungefähren Anteil von 25% am BIP des gesamten Kontinents.
Das Land liegt in der Industrieproduktion (40% der Gesamtproduktion) und Mineralienproduktion (45%) auf dem afrikanischen Kontinent in der Führungsposition, dazu erzeugt es den überwiegenden Anteil der Elektrizität Afrikas (über 50%).
Seine großen Stärken sind seine technische und ökonomische Infrastruktur, seine Bodenschätze, eine wachsende Fertigungsbranche und ein starkes Wachstumspotential im Tourismusbereich, höhere Wertschöpfung in der Fertigungs- und Dienstleistungsindustrie.
Die südafrikanische Gesetzgebung im Bankwesen zählt zu den Besten der Welt. Die Branche wird zu den Top 10 der Welt gerechnet. Es gibt 55 inländische Banken, 12 Banken in ausländischem Besitz und fünf genossenschaftliche Banken. Einige der weltführenden
Institutionen haben schon die Absicht geäußert, in den lokalen Banksektor durch Fusionen und Übernahmen einzusteigen.
Die JSE Limited ist laut Börsenbewertung die 18. größte Börse der Welt (Stand September 2005 circa 3.3 Trillionen Rand). Die JSE Reglements und ihre Durchsetzung basieren auf den weltweit optimalen Verfahren, während die Systeme für automatisierten Handel, Abrechnung, Transfer und Erfassung jedweden in der Welt ebenbürtig sind.
Die wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Landes werden von vier den Hauptballungsgebieten beherrscht. Johannesburg und Umgebung (Provinz Gauteng), das an der Küste gelegene Durban und die Pinetown Gebiete (KwaZulu-Natal), die Kap Halbinsel (die Kapstadt mit einschließt) und das am Ostkap gelegene Port Elisabeth/Uithage Gebiet.
Der Finanz- und Wirtschaftsbereich konzentriert sich in der Provinz Gauteng, die alleine über 30% des BIP erwirtschaftet.
Wirtschaftliches Wachstum
Südafrikas
Wirtschaft ist seit September 1999 im Aufschwung - die längste Zeitspanne wirtschaftlicher Expansion in der Geschichte des Landes.
Während dieses Aufschwungs - von September 1999 bis Juni 2005 - betrug die jährliche Wirtschaftswachstumsrate im Durchschnitt 3,5%. In der Dekade vor 1994 betrug das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt weniger als 1%.
Der South African Reserve Bank zufolge gibt es keinerlei Anzeichen, dass der Zeitraum der Expansion abgeschlossen ist. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) belief sich auf das Jahr bezogen auf 4.8% im zweiten Quartal 2005 (im Vergleich zu 3,7% in 2004 und 2,8% in 2003).
Die Verbraucherinflation ist seit 2002 rückläufig, obwohl die Verbraucherpreise sich nach den Anschlägen vom 11. September in New York um durchschnittlich 9,3% erhöhten. Die Verbraucherinflation betrug in 2003 im Durchschnitt 6,8% und 2004 4,3% - verglichen mit 9,8% 1994.
Zur gleichen Zeit wurde das Haushaltsdefizit Südafrikas durch umsichtige
Finanzverwaltung von 5,1% des BIP 1994 auf 2,3% des BIP im Jahr 2004 gesenkt. Im ersten Quartal 2005 fiel diese Zahl auf 1,6%, da die südafrikanische Steuerbehörde fast US Dollar 3,5 Milliarden mehr einnahm als erwartet.
Die Quelle dieses unerwarteten steuerlichen Zuwachses waren nicht die gestiegenen Einnahmen durch höhere Einkommenssteuer oder Körperschaftssteuer - beide sind seit 1994 rückläufig - sondern die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, Verbrauchervertrauen und eine dramatische Steigerung der registrierten Steuerzahler, von 2 Millionen in 1994 auf mehr als 5 Millionen in 2004.
Investitionsbewertung
Südafrika wurde 2004 vom Weltwirtschaftsforum im Global Competitiveness Index als die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft in der Region Schwarzafrika und als das für Investitionen attraktivste Land in Afrika bewertet.
Ferner wurde ein Jahrzehnt der umfassendsten institutionellen Reformen und solides Wirtschaftsmanagement mit
soliden Bonitätseinstufungen belohnt, die weniger Risiko für Investoren implizieren und die Kapitalkosten für öffentliche und privatwirtschaftliche Kreditnehmer senken.
Standard & Poor’s erhöhte im August 2005 die Bewertung von Südafrikas langfristigen Devisenkrediten [long-term foreign currency credit rating] in Betracht der gesteigerten wirtschaftlichen Stabilität des Landes, geringerer Krisenanfälligkeit bezogen auf außenpolitische Krisen, einer moderaten Schuldenlast, und starker, stabiler politischer Institutionen.
Die Agentur erhöhte Südafrikas langfristiges Devisen Sovereign Rating [long-term foreign currency sovereign rating] von BBB auf BBB+ - gleich auf mit Polen und Thailand und einen Stufe höher als Mexiko - und erhöhte das Rating für die Landeswährung von A auf A+.
Die Konkurrenzagentur Fitch hat Südafrika zurzeit unter Beobachtung für positive Ratings, während Moody’s, die drittgrößte Ratings-Agentur Südafrikas Kredit-Rating im Januar 2005
aufwertete.
"Die Aufwertung reflektiert Südafrikas überzeugende Erfolge im makro-ökonomischen Management und verbesserten Aussichten auf nachhaltig höhere BIP Wachstumsraten.", sagt Standard & Poor’s.
Herausforderung
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwähnte Südafrikas Führung lobend in seiner jährlichen Länderanalyse [annual country assessment] und bezog sich auf die seit der Demokratisierung 1994 erreichten bemerkenswerten wirtschaftlichen Fortschritte.
"Die Wirtschaft wächst stetig, die Inflation wurde reduziert und ist jetzt besser einzuschätzen, die öffentliche Finanzwirtschaft wurde gestärkt und die Auslandsposition hat sich maßgeblich verbessert.", erklärte der IMF. "Die Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivitäten hat neue Arbeitsplätze geschaffen.
"Angesichts der Position Südafrikas in der Region profitiert das restliche Afrika von der starken wirtschaftlichen Entwicklung des Landes."
Gleichzeitig stellten die
Direktoren des IWFs fest, dass schwerwiegende wirtschaftliche Probleme bestehen bleiben: Anhaltend hohe Arbeitslosenzahlen, Armut, große Vermögensunterschiede und eine hohe HIV/Aids Rate.
Und die Direktoren unterstützen die Problembewältigung der südafrikanischen Regierungsbehörden durch Richtlinien, die auf die Steigerung des Wirtschaftswachstums in einem stabilen ökonomischen Umfeld abzielen und Initiativen zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit und Verbesserung der sozialen Umstände beinhalten.
Der IWF führt weiter aus, dass diese Strategie durch Arbeitsmarktreformen und weitere Liberalisierung des Handels unterstützt.
Der Schlüssel zur Überwindung der vom IWF aufgezeigten Hindernisse wird die wirtschaftliche Integration von Südafrikas vormals benachteiligter Masse sein.
Südafrikas Wirtschaft hat eine bemerkenswerte Zweigleisigkeit, mit einer hoch entwickelten Finanz- und Industriewirtschaft die neben der unterentwickelten Schattenwirtschaft entstanden
ist.
Während Südafrikas "erste" Finanz und Industriewirtschaft eine etablierte Infrastruktur und ökonomische Basis mit großem Potential für weiteres Wachstum und Entwicklung hat, bildet die "zweite Wirtschaft", die Schattenwirtschaft, sowohl ungenutztes Potential als auch eine entwicklungstechnische Herausforderung für das Land.
SouthAfrica.info reporter
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